Das ägyptische Kabinett

Foto: Ian Schemper

Eine „falsche“ Mumie – in Schweden im 19. Jahrhundert hergestellt – jedoch in einem echten Sarkophag aus Ägypten – stilvoll arrangiert mit Grabbeigaben in einer Art, wie man sich dies im 19. Jahrhundert vorstellte und wünschte.

Mumiensärge und Grabfunde aus dem vorgeschichtlichen Ägypten füllen dieses kleine Kabinett, das sich dem afrikanischen Vogelsaal anschließt. Hier blickt man in die Gesichter der auf den Mumiensärgen aufgemalten Portraits, folgt dem Balsamierungsprozess des Generals Kesertis auf dem dekorierten Sarkophag, entdeckt Grabbeigaben in Form von Lebensmitteln, Schmuckstücken und Kleidungsfragmenten – und über allem thront der Wächter des Grabplatzes – der Gott Anubis.

Die ägyptische Sammlung aus vorgeschichtlicher Zeit gelangte durch Adolf Andersohn mit Hilfe des schwedischen Generalkonsuls in Alexandria, Oscar von Heidenstam, in das hiesige Museum. Auf seinen Reisen durch Ägypten in den 1860er Jahren war Andersohn tief beeindruckt und fasziniert von der ägyptischen Kultur. Als er einige Jahre später sein Museum in Vänersborg plante, wünschte er sich – wie damals alle großen Museen in Europa – auch eine ägyptische Abteilung. Durch seine Kontakte mit Konsul von Heidenstam und mit Unterstützung eines italienischen Kunsthändlers wurden die Exponate auf dem ägyptischen Antiquitätenmarkt erworben und 1886 nach Vänersborg verschifft, wo die Exponate mit ihrer Geschichte von vor vielen tausend Jahren heute nichts an ihrer Faszination verloren haben.

Updated: 2017-11-08 10:55