Das westschwedische Landwirtschaftsmuseum

Foto: Ian Schemper

Fast 1 200 künstlerisch gestaltete Glaskolben, die Samen schwedischer Kulturpflanzen aus dem Jahr 1879 enthalten, bilden als einzigartige Sammlung das Herz eines Museums im Museum – gemeint ist das Westschwedische Landwirtschaftsmuseum.

Initiative des Regierungspräsidenten Eric Sparre

Diese einzigartige Sammlung, deren eine Hälfte heute ausgestellt wird, wurde auf Initiative des damaligen Regierungspräsidenten Eric Sparre zusammengetragen. Der Regierungspräsident erkannte Qualität und Bedeutung des schwedischen Saatgutes für die Landwirtschaft und war überzeugt davon, Schweden müsse bei Samen und Saatgut Selbstversorger sein. Die hohe Qualität sollte zudem für hohe Exporteinkünfte bürgen, wenn schwedisches Saatgut sich nach Europa verkaufen ließ.  Sparre war außerdem der Überzeugung, dass die Tätigkeit als Saatguterzeuger vielen Schwachen der Gesellschaft – Katenbewohnern, armen Landarbeitern und Tagelöhnern – zu einer besseren ökonomischen Stellung verhelfen würde.

Startschuss auf einem Saatgutkongress und Endpunkt im Museum von Vänersborg

Im Jahre 1880 lud der Regierungspräsident zu einem skandinavischen Saatgutkongress nach Borås ein, wo in einzelnen Glasbehältern die verschiedenen Getreidesamen ausgestellt wurden. Nach diesem Kongress wurde die gesamte Sammlung in den Dienstsitz des Regierungspräsidenten nach Vänersborg gebracht und unter der Bezeichnung „Westschwedisches Landwirtschaftsmuseum“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach Fertigstellung des Museums in Vänersborg wurde die gesamte Sammlung dorthin überführt.

Zweitgrößte Sammlung in Schweden

In den vergangenen Jahren fand diese Sammlung – die zweitgrößte ihrer Art in Schweden – erneut große Interesse bei Landwirtschaftsuniversitäten in Schweden und England sowie im Bereich der archäologischen Forschung.

 

Updated: 2017-11-08 10:57