Das Stadtgerichtsprotokoll von Brätte

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Die wichtigste Quelle für das Privatleben der Einwohner Brättes sind die Gerichtsprotokolle, in denen die Fälle des Stadtrats festgehalten wurden. Sie betreffen meist Streitigkeiten über Erbschaften, Land und Handel, aber auch Diebstahl, Gewalt und Beleidigungen. Manche erschienen vor Gericht, um sich ein Zeugnis über ihre Ehrbarkeit ausstellen zu lassen. Besonders beschämend waren Fälle von Untreue, außerehelichem Geschlechtsverkehr oder Sexualbeziehungen mit einer Witwe.

Rechtssicherheit war von großer Bedeutung, und Ermittlungen mit Zeugen wurden sorgfältig durchgeführt – auch unter Berücksichtigung mildernder Umstände. Der Einfluss der Kirche auf die Gesetzgebung war groß, und bei schweren Vergehen wurden Strafen gemäß dem mosaischen Gesetz der Bibel verhängt. Todesurteile mussten stets vom Berufungsgericht bestätigt werden. Strafen wie öffentliche Schande, öffentliche Auspeitschung oder Verbannung kamen vor, doch die häufigste Strafe war eine Geldbuße.