Eine Lebensgeschichte aus den Gerichtsakten
Im Juni 1631 wurde der Körper eines Säuglings im Wasser bei Brätte gefunden. Man vermutete, dass die Mutter Karin Clausdotter war, die daraufhin zum Verhör gebracht wurde. Karin war gemeinsam mit ihrer Familie aus Nya Lödöse zu ihrem Onkel, dem Bürgermeister Hans Börjesson, nach Brätte gezogen.
Unter dem Druck der Befragungen gestand Karin, das Kind geboren und getötet zu haben. Sie gab außerdem an, dass der Vater des Kindes ihr Cousin Börje Hansson sei. Während sie auf ihren Prozess wartete, wurde Karin im Keller des Rathauses eingesperrt. Ihr wurden drei schwere Vergehen vorgeworfen: Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe, zudem mit einem Cousin (was verboten war), sowie Kindstötung. Eine Todesstrafe wurde erwartet.
Doch in der Nacht gelang es Karin, sich zu befreien: Sie löste ihre Fesseln, brach Bretter in der Kellerdecke auf und kletterte hinauf in das Rathaus. Von dort entkam sie – vermutlich über die Grenze nach Norwegen.